Wie viele Tage hat ein Monat?

Das ist ja eine dumme Frage. Der Januar hat 31 Tage, der Februar 28/29 Tage und so weiter. Stimmt aber gar nicht! Denn der Januar 2018 hatte 33 Tage, der Februar hatte 28 Tage und so weiter. Der längste noch kommende Monat wird in diesem Jahr der Oktober sein: Stolze 33 Tage! Zumindest für einen Teil der Bevölkerung.

von Jochen Lubig

Wer ausrechnen möchte, wie viele Tage er mit seinem Einkommen auskommen muss, schaut einfach in einen beliebigen Kalender. Im Januar muss das Geld für einunddreißig Tage reichen, im Februar 28 (in Schaltjahren 29) Tage und so weiter.

Zahltage

Wer jedoch von Arbeitslosengeld II (auch Hartz-IV genannt) lebt, rechnet anders. Es gilt der Abstand zwischen den Zahltagen.

Das Arbeitslosengeld II wird immer am letzten Arbeitstag des Monats für den folgenden Monat ausbezahlt. Die Zahlung für den Mai 2018 erfolgte somit am 30. April. Die Zahlung für den Juni wird schon am vorletzten Tag des Monats erfolgen (30. Mai), weil der 31. Mai ein Feiertag ist. Somit muss der Bezieher von Arbeitslosengeld II diesen Monat nur mit 30 Tagen rechnen.

Im Oktober wird es für Bezieher von Arbeitslosengeld II besonders lang, da im September wegen des Wochenendes zum Monatsende schon am 28. gezahlt wird und im Oktober erst am 31. Das sind 33 Tage zwischen den Zahlungen.

Regelsatz

Der Regelsatz für 2018 sieht für Alleinstehende und Alleinerziehende monatlich 409 Euro vor. Davon sind 34,86% für die Ernährung vorgesehen. Das entspricht 142,58 Euro pro Monat. Bei 30 Tagen ergibt das 4,75 Euro pro Tag. Dass man bei diesen Beträgen genau rechnen muss, versteht sich von selbst.

Rechen wir einmal die realen Monatswerte durch: Es reicht im Januar und Oktober 2018 nur für 4,32 Euro pro Tag und im Februar 2018 für satte 5,09 Euro pro Tag. Davon wird man nicht nur satt, sondern kann fast schon spätrömisch schlemmen, wie Guido Westerwelle einst erkannte.

2018 Tage Nahrung/Tag
Januar 33 4,32 €
Februar 28 5,09 €
März 30 4,75 €
April 31 4,60 €
Mai 30 4,75 €
Juni 30 4,75 €
Juli 32 4,46 €
August 31 4,60 €
September 28 5,09 €
Oktober 33 4,32 €
November 30 4,75 €
Dezember 30 4,75 €

Wir stellen hier einen Kalender zur Verfügung, in dem die Zahltage für dieses Jahr ausgewiesen sind.

Rechnen

Damit können Bezieher von Arbeitslosengeld II rechnen, in welchem Monat gehungert oder geschlemmt wird, Rechenkünstler wie Thilo Sarrazin können nachrechnen, ob die Bratwurst sich rechnet und die Jobcenter können sich ausrechnen, ob nicht irgendwo jemand einmal wieder einen Zahltag feierlich begeht.


Zum Weiterlesen

»Das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld sind Teil der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts und damit Teil der Leistungen zur Sicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums.«, schreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, leider wird nicht verraten, woraus der andere Teil zur Sicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums besteht. Vielleicht sind ja die bewährten Suppenküchen gemeint oder die immer noch unterschätzten Müllcontainer.

»Empörung über Westerwelle – „Millionen Menschen verhöhnt“« titelt sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Äußerungen Westerwelles.

»Sarrazin entwickelt Hartz-IV-Speiseplan« heißt es bei der Welt, während die notorischen Sozialisten von der SAV sich über die Menüfolge mokieren: »Berlin: “Sarrazin empfiehlt Unterernährung für Hartz-IV-Empfänger”«.

Zahltage sind die Tage, an denen gezahlt wird. Der Sozialstaat zahlt die milden Gaben und Aktivisten zahlen zurück. So z.B. in Köln (Bericht der Veranstalter Kölner Erwerbslosen in Aktion) und Frankfurt (nach der Übernahme durch den DuMont-Verlag berichtet die Frankfurter Rundschau nicht mehr tendenziös wie früher, sondern sachlich-neutral und ruft zur privaten Fahndung auf, während angeblich emanzipatorische gegeninformative und undogmatische linksextreme Scharf Links ausschließlich die Demonstranten Word kommen lässt).

Hoffnung gibt die Bild-»Zeitung«: Eine »Rentnerin« schreibt dort unter der Rubrik »Was ich Ihnen mal sagen wollte« einen »Brief an Sarrazin«. Dort bestätigt sie: »Mein Mann und ich kommen in der Woche mit 30 Euro aus. Davon essen wir uns satt, auch Obst und Gemüse und auch etwas Süßes ist dabei, auch für Vogelfutter hat es noch gereicht.« Weiter lässt Bild die genügsame Rentnerin von damals schwärmen: »Zur DDR-Zeit habe ich pro Person 2,50 Mark pro Tag zur Verfügung gehabt.« Ihr Fazit ist eindeutig: »Wenn man bedenkt, dass man fürs Nichtstun eine warme Wohnung hat und sich dann noch satt essen und auch kleiden kann, dann ist das schon eine gute Sache und man könnte dankbar sein.« Könnte man schon, oder?

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