Offener Brief an Bündnis 90/Die Grünen, im November 2001

Des Trauerspiels letzter Akt. Wer Grün wählt ist selber schuld!

Joachim Lünenschloß, 2001.

Hätte ich die entsprechende Absicht, Haltung und Wertvorstellung, könnte ich auch gleich die bessere FDP wählen: Die real existierende. Die Grünen, als schlechtere FDP: Soweit ist es also schon längere Zeit gekommen. Karrieristen, Opportunisten, Schönredner- und jetzt wieder: Kriegs-Export-Befürworter. Von der SPD und den „C“- Parteien erwartet man eh nichts anderes. Erbärmlich!

Auf meinem warmen Sessel sitzend, versuche ich mir Krieg vorzustellen: Die abgerissenen Glieder, zerfetzte Menschen, in Schmutz und Kälte dahinvegetierende, sterbende, entrechtete, verhungernde menschliche Lebewesen, die zufälligerweise das Pech hatten in Afghanistan oder sonst in anderen Regionen der Welt geboren zu sein – und selbst hier, auf meinem „noch“ warmen Sessel, das kleine Maß an nichtsinnlicher Phantasie wahrnehmend, werde ich beim Gedanken daran, und an unsere selbstgerechten, satten Politiker zornesrot im Gesicht!

Die sogenannte „Humanitäre Hilfe“, ich kann es nicht mehr hören – es ist zum Kotzen!

Spätestens seit 1989 gehört die sogenannte Bundeswehr, besser betitelt als Kriegsheer (wie alle militärischen Einrichtungen auf der Welt), abgeschafft. Es ist keine neue Weisheit, das es keinen gerechten Krieg gibt, sondern nur den dreckigen. Wenn ich keinen Krieg will, gibt es nur die Alternative keinen vorzubereiten, noch zu führen: Das ist doch furchtbar einfach!

Es ist natürlich alles andere als furchtbar einfach, unter dem „ethischen“ Primat des Geldes – sprich Kapitalismus und den damit verbundenen Interessenkonflikten, ohne Krieg auszukommen, doch wer es ernst meint hat keine andere Wahl. Pazifist und Realist – aber bitte!

Welche Werte haben unsere westlichen Gesellschaften, dem weitaus größerem Teil der „restlichen“ Welt anzubieten? Das Konsumversprechen!? Und als letztem Seligmacher, die schon scheinbar abgewirtschafteten christlichen Vorstellungswelten, auch „Staatssekten“ – christliche Ayatollahs mit Totalitätsanspruch.

Reichlich dünne geistige Ware zum Export!

Die Waren einmal ausgenommen, denn die kann eine Mehrheit der Weltbevölkerung ja nicht bezahlen und darf deshalb (ver)hungern oder ab und zu ein Almosen von den „fitteren“ Bevormundern mit Dank entgegennehmen (Brot und Spiele!)

Aber darum geht es ja gar nicht! Jahrhundertealte Kolonialpolitik – im Gewand der „Humanitären Hilfe“ – ist unser Angebot.

Seit 1989 der Terrorismus als die neue Weltbedrohung auserkoren wurde, soll er ausgerottet (was für ein Wort!) werden. Damit fingen wir am besten mal bei uns zu Hause an. Es ist überhaupt ganz gut, zuerst bei sich selbst auszumisten!

Krimineller Autoverkehr, ohne Rücksicht auf Verluste (ein Ausdruck unserer Arbeits- und Lebenswelt). Alltäglicher Rassismus, als Normalzustand!

Seit Ende der Nazizeit werden wieder Menschen öffentlich totgeschlagen. Sozialdarwinismus zum abwinken! Ellenbogenbrutalität, wohin man schaut! Rasterfandung und zusehende Einschränkung auch kleinster bürgerlicher Freiheiten. Demokratieverständnis auf dem Nullpunkt! (Siehe Fraktionszwang, „Erpressung zu Loyalität“ – und als Literaturtip: Karl Jaspers, „Wohin treibt die Bundesrepublik“, von 1965.)

Kein besonders lustiges Land, trotz der vielen Schokolade, die jeder, der sie noch kaufen kann, in sich hineinstopfen darf, um dann anschließend schön auf Linie, alles prima finden zu dürfen.

Bei der nächsten Bundestagswahl werden die Grünen noch die vorletzten standhaften Stammwähler verlieren (wozu ich schon länger nicht zähle – mangels parlamentarischer Alternative wähle ich natürlich PDS, als aus dem „Golden Westen“ stammender) und hoffentlich und ziemlich sicher an der Fünf-Prozenthürde scheitern.

Es wird höchste Zeit für eine Außerparlamentarische Opposition!

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