Syrien 2013/2018

„Giftgas- oder was ist ein humaner Krieg?“ – Die Frage stellte sich unser Autor bereits vor fünf Jahren, als schon einmal im schier endlosen syrischen Krieg dem Diktator Assad vorgeworfen wurde, Giftgas gegen die eigene Zivilbevölkerung eingesetzt zu haben. Das derzeitige Wiederaufleben dieses Schreckens und der darum herumschwadronierenden „Diskurse“ läßt die damaligen Betrachtungen von Joachim Lünenschloß, unbeschadet der teils ausgetauschten Akteure, in unbehaglich aktuellem Licht erscheinen. – Die Redaktion

Joachim Lünenschloß, im Sommer 2013

Um es gleich zu sagen: ich/wir erlebe/n gerade wieder eine Diskussion, eine Darstellung, die an widerlichster Perversität und Doppelmoral nicht zu überbieten ist!

Die sogenannte Internationale Gemeinschaft, federführend das offizielle, politische Nordamerika- militärischer Oberbefehlshaber: ein sogenannter Friedensnobelpreisträger (Obama), zusammen mit Großbritannien – und selbstverständlich auch unser Latte – Macchiato Außenminister (Westerwelle), geben sich empört. Mindestens erwähnter „Friedensnobelpreisträger“ mit der durchsichtigen Zielsetzung, einen weiteren Krieg zu entfesseln und Mord mit Mord und Totschlag zu „sanktionieren“ (jetzt Trump).

Warum, das kann im Kontext der Debattenlogik gefragt werden, lässt Mr. Assad seine Landsleute nicht weiterhin anständig umbringen? Mit Raketen, Heckler- und Koch – Maschinengewehren, ordentlichen Granaten (ohne Giftgas!) usw. Aufgerissene, von MG- Feuer zerfetzte Bäuche, halb weggeschossene Köpfe, aus denen das Gehirn austritt…

Auch Kinder haben Anspruch auf einen kriegsrechtsgemäßen Tod, auf eine Ermordung nach den Regeln des ordentlichen Kriegsrechts! Das ist die Realität, der Grundgedanke, hinter solchen Reden, solchem Denken und Handeln! Wobei mir, der ich schon älter bin, der auf den ersten Blick glaubhaft archaisch motivierte Grund des Entsetzens, wenn unschuldige Kinder ermordet werden, letztlich doch nicht ganz einleuchtet. Und zwar aus schlicht, könnte ich sagen, egoistischen Gründen – da auch ich selbst, altersunabhängig, nicht gern ermordet werden möchte!

Selbstverständlich bin ich Pazifist, Kriegsdienstverweigerer; was ich anlässlich einer Diskussionsveranstaltung zur Bundestagswahl 2013 in Köln dem Grünen-Politiker Volker Beck unter die mittlerweile in ganz andere Richtung witternde Nase rieb – mitsamt der schon von den meisten seiner Parteifreunde und Wählern längst vergessenen, von mir aber nachdrücklich bekräftigten, Forderung nach Abschaffung der Bundeswehr. Worauf dieser sinngemäß entgegnete, dass er früher ja auch Kriegsdienstverweigerer gewesen sei, mich gut verstehen könne, aber heute zu vertieften Erkenntnissen gelangt sei und aufgrund dieser die Notwendigkeit des Militärs eingesehen habe. Der unablässige Gedanke an Deutschland, als dritt- oder viertgrößtem Waffenexporteur der Welt, wird dieser „Einsicht“ eines führenden, um den „Wirtschaftsstandort“ und die Exportbilanz jeglicher Friedens- und Kriegsgüter besorgten, Politikers einer Partei mit Regierungsambitionen und einschlägiger Kriegshistorie sicherlich mit auf die Sprünge geholfen haben!

Die einzige „Friedensmission“, die ich unterstütze, ist die bedingungslose Entmilitarisierung unserer Gesellschaft, also zuerst die Abschaffung jeglichen Militärs, inklusive des Verbots jedweder Rüstungsindustrie.

Da bin ich „Fundi“ und „Realo“ zugleich!

Denn: Wenn Mord und Totschlag und namentlich der „Verdienst“ daran Prämissen einer Gesellschaft sind und gleichzeitig über das grausame Ermorden von Menschen durch Giftgas einerseits zu recht lamentiert wird, dann kann es andererseits keine andere Haltung und Schlussfolgerung daraus geben, als den Verzicht auf organisierten Mord und das Geschäft damit – und sei es, darauf in einer Vorbild/Voreiterrolle des nicht Mitmachens hinzuarbeiten. Und das bitte schleunigst! Alles andere ist verlogen oder ekelhaft.

 

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